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Jazzthing 84 June 2003 Vassilis Tsabropoulos Manfred Eicher sammelt Pianisten wie gewöhnliche Leute Briefmarken. Nicht alle sollen es sein. Nur die ganz besonderen, die aus dem Rahmen fallenden. Solche, an denen andere auf der Suche nach dem schnellen Trend vorbeihasten, anstatt genauer hinzuhören. Eicher sucht nach ihnen, sondern findet sie einfach, mittlerweile auch im Süden: wie Vassilis Tsabropoulous aus Athen. Mit seinem völlig unkonventionellen Ansatz bringt der bemerkenswerte Grieche eine frishe, neue Farbe in den ECM-Katalog. Er verschiebt fünf byzntinische Hymnen, die seit 2000 Jahren zur Osterzeit ausschliesslichin orthodoxen Kirchen gesungen werden, behutsam in weitliche Sphären. Dabei entsteht ein polychromatisches Mosaik, mit dem er improvisiert, ohne sich jemals den Schablonen des Jazz zu nähern, das er mit luftigen Lyrismen ausschmückt, ohne dabei in folkloristisches Pathos zu verfallen, und mit dessen Hilfe er die Wurzein griechischer Musik in die Gegenwart verpflanzt, ohne sie ihrer Identität zu berauben. Wie die meisten von Eicher entdeckten Tasten-Preziosen wirkt Tsabropoulos nicht auf Anhieb, dafür uber um so nachhaltiger. Sammlerglück! R.K.
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